Ein Au-Pair wird in die Familie aufgenommen. Es wird mit
dem Tag der Aufnahme Mitglied der Familie. Sie sollten also
die Bereitschaft und die Offenheit haben, das Au-Pair wie
eine große Tochter oder einen großen Sohn zu empfinden.
Kinder im Alter der Adoleszenz sind meist schon recht
eigenständig und können in großen Teilen auch schon
Verantwortung übernehmen, aber sie benötigen manchmal auch
noch ein wenig Orientierung. So ist es auch mit Ihrem
Au-Pair. Es ist zwar schon erwachsen, jedoch in einer ihm
unbekannten Kultur. Nehmen Sie sich die Zeit, das Ein oder
Andere zu erklären.
Ein
Au-Pair kommt zu Ihnen, um die deutsche Kultur und Sprache
kennen zu lernen. Das kann es nur wahrhaftig, wenn Sie ihm
die Möglichkeit geben, daran teil zu nehmen. Es sollte auch
an Familienfesten teilnehmen können. Denn grade da zeigt
sich unsere Kultur. Natürlich dürfen da auch mal Ihre
Interessen Vorrang haben. Wenn Sie auf eine Feier
eingeladen sind, die abends stattfindet, wäre das natürlich
für das Au-Pair interessant mit zu kommen. Wenn Sie aber
wünschen, dass es während dieser Zeit auf Ihre Kinder
aufpasst, ist das legitim. Bei einer Feier die tagsüber
stattfindet, bei der Sie ihre Kinder so oder so mitnehmen
würden, wäre es nicht legitim, dem Au-Pair die Teilnahme zu
verweigern. Wenn Sie sich daran orientieren, es so zu
behandeln und ihm so viel Verantwortung zu geben, wie Sie
es ihrem eigenen Kind im Alter von 15 oder 16 Jahren zu
trauen würden, liegen Sie im Allgemeinen immer
richtig!
Ein
Au-Pair aufnehmen, heißt also sich zu verpflichten, ihm die
deutsche Kultur und Sprache näher zu bringen! Sie müssen
dafür nichts Besonderes können! Seien Sie einfach Sie
selbst. Seine Sprachkenntnisse vertieft das Au-Pair in
einer Sprachschule.
Im
Gegenzug für Ihre Hilfsbereitschaft erhalten Sie auch etwas
von diesem jungen Menschen. Das Au-Pair kümmert sich wie
ein älteres Geschwisterkind um ihre eigenen Kinder. Es
hilft im Haushalt mit – in dem Rahmen, wie Sie ihr eigenes
Kind verpflichten würden, im Haushalt zu helfen. Es passt
ab und an auf ihre Kinder abends auf, damit Sie endlich mal
wieder entspannt einen Abend genießen können, ohne
aufwendige Suche und Zusatzkosten für einen Babysitter. Ein
Au-Pair lässt Sie in seine Kultur eintauchen und diese
kennen lernen. Einige Gasteltern sind so angetan von diesem
Austausch, dass sie hinterher beschließen in dem Land des
Au-Pair einen Urlaub zu verbringen – und lernen meist dabei
auch mal die Familie des Au-Pair kennen.